Korsakow-Syndrom

Das Korsakow-Syndrom (auch Morbus Korsakow oder Amnestisches Syndrom) gilt als eine spezielle Form der Amnesie. Namensgeber der Krankheit war der russische Psychiater und Neurologe Sergei Korsakow (1854-1900), der das Syndrom 1887 während einer Studie über chronisch Alkoholkranke erstmals beschrieb.

Die Krankheit kann in die Kategorie der „Sekundären Demenzen“ eingeordnet werden. Diese zeichnen sich durch Gehirnveränderungen aus, die mit Gedächtnisverlust einhergehen und durch andere Krankheiten (hier meist: Alkoholsucht oder Wernicke-Enzephalopathie) einhergehen.

Symptome

Bei Betroffenen kommt es häufig zu Erinnerungslücken, die mit meist frei erfundenen Inhalten gefüllt werden (Konfabulieren). Hier grenzt sich das Korsakow-Syndrom eindeutig von anderen Amnesie-Formen ab. Das Konfabulieren geschieht unbewusst und kann soweit reichen, dass Betroffene die Realität (zum Beispiel einen längeren Krankenhausaufenthalt) nicht mehr von ihrer Konfabulation (sich beispielsweise auf der Arbeit zu befinden) unterscheiden können.

Die Krankheit zeichnet zusätzlich sich durch eine Kombination einer anterograden (neue Dinge können nicht im Gedächtnis behalten werden) und retrograden Amnesie (Erlebnisse und Gedächtniselemente aus der Vergangenheit werden vergessen) aus. Meist sind Betroffene von einer ausgeprägteren Form der anterograden Amnesie betroffen. Dies kann dazu führen, dass selbst gerade Gesagtes einen Moment später wieder vergessen werden kann. Dazu passiert es häufig, dass fehlende Erinnerungen oftmals mit Ereignissen aus der Vergangenheit verknüpft werden, was wiederum auch das Konfabulieren beeinflussen kann.

Weitere Symptome die häufig im Zuge des Korsakow-Syndroms auftreten sind u. a. Gangunsicherheit, Antriebslosigkeit, Passivität / Apathie, Depressionen, Stimmungsschwankungen, Orientierungslosigkeit und Störungen des peripheren Nervensystems.

Ursachen

Das Korsakow-Syndrom tritt häufig bei schwer alkoholkranken Menschen auf. Der Grund dafür ist der bei Betroffenen meist chronische Mangel an Thiamin (Vitamin B1), der nach und nach das Gehirn schädigt. Viele Alkoholkranke ersetzen ihre Mahlzeiten durch alkoholische Getränke, was nicht selten zu einer Mangelernährung führt. Daraus entwickelt sich zunächst eine Gehirnentzündung im Wernicke-Areal, die sich bei Nichtbehandlung in das Korsakow-Syndrom verfestigen kann. Auch durch Essstörungen, Nierenerkrankungen und Tumore im Magen-Darm-Trakt kann es zu einem chronischen Mangel an Thiamin kommen.

Aber auch schwere Kopfverletzungen, Schlaganfälle, Tumore oder durch Viren verursachte Entzündungen des Gehirns können ebenfalls zum Korsakow-Syndrom führen.

Behandlung und Aussichten

Nach Diagnose der Krankheit kann die Gabe von Vitamin B1 helfen die Symptome einzudämmen. Zusätzlich sollte selbstverständlich der Grund des chronischen Mangels behoben werden (Alkoholsucht, Essstörung). Zusätzlich erweist sich psychotherapeutische und psychiatrische Behandlung oftmals als hilfreich für die Betroffenen.

Es kann durch diese Maßnahmen eine deutlichere Besserung des Allgemeinzustandes erreicht werden, aber eine völlige Umkehr der Krankheit ist nicht möglich. Nicht selten sind Menschen mit Korsakow-Syndrom so stark in ihren Fähigkeiten beeinträchtigt, dass eine selbstständige Meisterung des Alltages nicht mehr möglich ist.